SDRplay Aktivantennentest

Der SDRplay Receiver ist aktuell ja sehr beliebt und wir bekommen immer wieder Anfragen, ob wir das Gerät schon getestet haben, wann es in RadioCom 6 integriert ist, und wie es sich an unseren Antennen verhält.sdrplay Ich hatte Kontakt zum Hersteller Jon Hudson aufgenommen und einen SDRplay zum Testen direkt erworben. Als Software wurde für diesen Test die Software SDR# in der aktuellen Version vom März 2016 unter Windows 7 verwendet, da man damit bessere Einstellmöglichkeiten hat, als im Moment noch bei HDSDR.

Der SDRplay wird komplett über USB gespeist und gesteuert. Da lag es nahe, ihn in Hinblick auf autonome bzw. portable Anwendungen auch mit unseren USB-gespeisten Aktivantennen MegActiv MA305 und der neuen MegaLoop Ml052 zu testen, besonders in Hinblick auf autonome bzw. portable Anwendungen. Wir haben uns dabei auf den Kurzwellenbereich beschränkt, da über Ostern gerade wegen eines Contests die Amateurfunkbänder überdurchschnittlich belegt waren.

SDRplay Antennentest am Notebook

Ein Hinweis vorweg: Da der SDRplay einen 12-Bit-ADC besitzt, beträgt dessen theoretischer maximaler Dynamikbereich im Idealfall 12 x 6.02dB + 1,75dB = 73,99dB, was natürlich weniger ist im Vergleich zu einem echten 16-Bit-ADC mit etwa 98dB Dynamikumfang, wie sie in SDRs der Oberklasse verbaut werden. Dazu kommt noch das recht hohe (angezeigte) Eigenrauschen des SDRplay.

Die integrierte Gain Control ist etwas tricky. Man sollte unbedingt in der EXT-IO, unter „Gain Control“, die automatische Tunerregelung deaktivieren und stattdessen die manuelle Verstärkungregelung „Gain Reduction“ aktivieren. Bei dem etwas begrenzten Dynamikumfang des Empfängers muss man öfters die Verstärkung (Gain Reduction) nachregeln, da zwischen den verschiedenen Bändern  meist ein starker AM-Sender arbeitet und die AGC dann die schwachen Signale entweder wegdrücken oder den Empfänger übersteuern würde. Es ist ein permanentes Spiel, das sich aber lohnt. Einfach die 8MHz (eigentlich sind es nur rund 6MHz) aufzeichnen und später anhören, ist somit immer ein Kompromiss.

Bei einer idealen Einstellung werden gerade noch schwache Signale über dem Rauschflur erscheinen und gleichzeitig sollten sehr starke Signale noch nicht zu Übersteuerungseffekten führen. Als guter Kompromiss erwies sich hier ein Wert für die „Gain-Reduction“ von 60-80dB. Wobei nachts, wenn die Signale etwas stärker sind, die Verstärkungsreduzierung etwa auf 80dB gestellt werden sollte. Bei Verwendung anderer Antennentypen und Umgebung können diese Einstellungen naturgemäß variieren.

Als Testantennen mit USB-Speisung am gleichen Notebook, kamen eine MegActiv MA305 (E-Feld) und eine MegaLoop Ml052 (H-Feld) mit 78cm Ring zum Einsatz. Beide in Hausnähe etwa 2m über dem Boden montiert.

Bonito MegActiv AktivantenneMegaLoop ML052 Active Lopp Antenna

 

 

 

 

 

 

 

Breitbandspektrum 0-6MHz nachts mit einer MegaLoop ML052, mit eingeblendeter „Configuration“:
6MHz MegaLoop ML052 nachts

Breitbandspektrum 0-6MHz nachts mit einer MegActiv MA305:

6Mhz mit einer MegActiv MA305

Man sieht, dass die ML052 etwas höhere Pegel und bessere Signal-/Rauschabstände liefert.

Auch tagsüber lässt sich dieser Effekt bei einem Wechsel der Antenne schön sehen, hier im Bereich zwischen Langwelle und Beginn der Mittelwelle; bitte das Wasserfalldiagramm beachten:

LW-MW usb mittags ML vs MA

Oder hier tagsüber im 15m-Amateurfunkband:

15m ml usb mittags ML vs MA

Dem einem oder anderen wird der hohe Rauschpegel bzw. die sehr starken Signale auf den Screenshots verwundern. Dies kommt nicht von den Antennen, sondern ist ein Darstellungsfehler der diversen Softwarepakete. Da der Grundrauschpegel der Spektralanzeige immer relativ hoch erschien, wurde mit einem Mess-Sender vergleichsweise der reale Grundrauschpegel ermittelt.
Es ergab sich bei:
Verstärkungsreduktion -80dB & Tuner-AGC abgeschaltet: Grundrauschpegel -110dBm Verstärkungsreduktion -60dB & Tuner-AGC abgeschaltet: Grundrauschpegel -123dBm

Kurzes Fazit:

  1. Der SDRplay schlägt sich überraschend gut an unseren Aktivantennen Boni-Whip, MegActiv MA305, MegaLoop ML052 sowie ML200. Dabei sollte aber auf die richtige Verstärkungseinstellung geachtet werden, um das Optimum aus den angelieferten Signalen herauszuholen.http://www.hamradioshop.net/index.php?cat=KAT06&product=00383
  2. Bedingt durch den sich immer weiter erhöhenden Störpegel durch sog. „man-made noise“ in Form von PLC, Schaltnetzteilen, Energiesparlampen etc. bringt eine aktive H-Feld-Antenne wie die MegaLoop ML052 oder ML200 bessere Ergebnisse in diesem Umfeld, da die Störkomponenten hauptsächlich E-Feld-Anteile besitzen.

Wir haben beim SDRplay vorerst auf einen Test der GigActiv GA3005 verzichtet. Die Gigactiv GA3005 würde sich mit ihrem breiten Frequenzbereich von 9kHz – 3GHz, natürlich gerade zu perfekt für den SDRPlay anbieten. Sollte das wirklich von Interesse für Euch sein, dann werden wir das gerne nachholen.

Keep listening
Dennis Walter

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2 Antworten auf SDRplay Aktivantennentest

  1. Klaus sagt:

    Hallo und Danke für den ausführlichen Test.

    Nun bin ich stolzer Besitzer eines SDRplay RSP2 und bekommen mit meinen selbst gebastelten Falt Dipol Antennen im Garten nicht wirklich was vernünftiges rein, außer natürlich 87,5 – 108 MHz ;-).
    Leider hat man nicht überall Platz 80m Draht im Garten zu spannen 😉 , daher wäre es für mich oder auch den ein oder anderen User interessant zu wissen wie sich die oben genannte GigActiv GA3005 gerade auf Kurzwelle am SDRplay schlägt.
    Könnt ihr das evtl. testen?

    Vy 73 und Dank im Vorraus

    • Dennis sagt:

      Hallo,

      80 Meter Draht wären für den Empfänger viel zu viel. Der RSP2 mag im Gegensatz zum RSP1 keine großen Antennen und übersteuert viel zu schnell.

      Die Screenshots der MA305 sind quasi identisch mit der GigActiv GA3005. Da gibt es in diesem Bereich kaum Unterschiede.
      Wichtig ist hier der Ausbauort der Antenne (10 Meter weg von Gebäuden, freie Sicht in der Höhe), kein Schaltnetzteil als Stromversorgung und bei der GigActiv sollte dann auch passendes Kabel (H155, Hyperflex 5) verwendet werden, dass im Idealfall geerdet ist.

      Nicht vergessen, die Antenneneingänge am RSP2 empfangen erst ordentlich ab 1500KHz! Darunter empfängt man alles Mögliche aus Lang, Kurz- und Ultrakurzwelle! Nur der grüne Anschluss beginnt im unteren Bereich, hat aber 1kOhm Impedanz. Da braucht man in der Regel eine Anpassung. Das war beim RSP1 deutlich besser gelöst.

      Ich hoffe geholfen zu haben.
      Kepp listening
      Dennis Walter

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